Nachdem ich doch sehr nachlässig mit den ausführlichen Erlebnisberichten bin und im Tagebuch nur selten Einträge hinzufüge, da sie mir oft nicht wichtig genug erscheien, habe ich mich entschlossen ein Kurz-Tagebuch zu schreiben. Ich habe mir vorgenommen hier regelmäßig, hoffentlich täglich, meine Erlebnisse des Tages aufzuschreiben. Um einen Eintrag zu lesen einfach auf die Überschrift klicken. Erneutes Klicken auf die Überschrift klappt den Text wieder ein. |
(06/12/06) - Bratäpfel aus der Mikrowelle
Wegen der Bilder ist der Eintrag im Tagebuch gelandet.
Nur so viel: Die Bratäpfel waren sehr lecker und sie sind so einfach und schnell zuzubereiten. Kann ich jedem nur empfehlen, der eine Mikrowelle hat.
(06/12/06) - Nikolaus in Nacksta
Heute ist Nikolaus. Grund genug einmal um sechs Uhr aufzustehen und kleine Geschenke in den Schuhen meiner Mitbewohnerinnen zu verstecken. Habe die klassische Variante mit Clementinen, Äpfeln und etwas Schokolade gewählt. Schokolade kaufen ist gar nicht so einfach, wenn man darauf achten will, dass keine Milch enthalten ist, da Line eine Laktose-Intoleranz hat. Habe eine Leckere gefunden, mit viel Kakao und Apfelsinenstückchen. Vielleicht darf ich ja mal bei meinen Mitbewohnerinnen probieren.
Ich selber habe zunächst keine Nikolaus-Überraschung gesehen, aber als ich nach Hause kam, wartete ein selbstgebackener Stutenkerl auf mich. Diese scheinen in Schweden, aufgrund mangelnder Bäckereien, ebenso unbekannt zu sein, wie Schokonikoläuse. In Deutschland kann man ja spätestens ab Mitte September die Straßen mit diesen knackigen Kerlen pflastern. Das gleiche Problem hatte auch Line, die verzweifelt nach welchen im ICA gesucht hat. Vielleicht hätte sie mich fragen sollen, denn nach langem Suchen mit Markus haben wir gestern welche gefunden. So, hat sie sich allerdings für eine schwedische Variante entschieden, die ich anscheinend heute Morgen übersehen habe, da ich meine roten Schuhe nicht angezogen habe. Stattdessen habe ich es heute bei meiner Rückkehr, nach einem dezenten Hinweis, gesehen. Der Nikolaus, alias Line, hat Pfefferkuchen in meinen Schuhen versteckt. Gott sei Dank gut verpackt und so auch weiterhin schmackhaft ;o)
Heute sind wir auch endlich in der Uni mit unseren MOSFETS fertig geworden. Die Ergebnisse kann man in der Galerie finden. Allerdings muss ich dazu sagen, dass der Wafer auf einigen Bildern noch mit Photowiderstand bedeckt ist und auch das letzte Legieren fehlt noch. Aber vielleicht kann man ein wenig eine Vorstellung davon bekommen, was ich so mache. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass das Gate-Oxid dick genug ist und der MOSFET keinen Breakdown unter 20 V besitzt. Simulationen haben gezeigt, dass unter Umständen große elektrische Felder in der Oxidschicht entstehen, die einen Breakdown beschleunigen.
Die Messungen beginnen dann morgen, dann müssen wir auch nicht mehr in unseren super hübschen Riesenbaby-Reinraum-Battlesuits rumlaufen. Bis jetzt habe ich auch noch keine Ahnung, wie die Messungen funktionieren. Hoffe es ist nicht zu schwierig und man kann schnell schöne Ergebnisse sehen. Schließlich sind die Messaufgaben nicht das Einzige, was wir momentan zu tun haben. Wir müssen auch noch eine Simulation eines Alfa-Teilchen-Detektors durchführen. Dazu gibt es zu dem schon bekannten Simulationstools noch ein weiteres, welches kostenlos im Internet herunter geladen werden kann. Ich glaube, ich habe in meinem Leben selten eine so schlechte Homepage gesehen (www.srim.org). Mit dem IE sieht sie noch schlimmer aus. Da verfolgen noch merkwürdige Sachen, wie z. B. Ameisen, den Mauszeiger. Aber das ist ein anderes Thema.
Ansonsten war heute der erste, mündliche, Teil meiner Schwedisch-Prüfung. Der zweite, schriftliche, Teil folgt am Freitag von 8 bis 11 Uhr. Heute war es relativ locker, wir wurden zu Viert etwa 20 min geprüft. Dabei sollte sich ein Dialog entwickeln, in dem es um so elementare Fragen ging, wie: Wie gefällt dir Nacksta? Wie ist die Universität? Was hast du letzten Winter gemacht? Wie lautet deine Telefonnummer? Oder auch: Was sind deine Hobbies? usw... Es war eine sehr angenehme Atmosphäre und ich glaube, ich hatte Glück den Intensiv-Sprachkurs zu machen. Obwohl ich während des Semesters kaum, also insgesamt 2 Mal, Zeit hatte die Vorlesungen und Übungen zu besuchen, konnte ich doch gut mit den anderen mithalten.
Auch die Stunde vorher hat mir sehr viel Spaß gemacht, so dass ich mich schon auf die nächsten Schwedisch 2 Vorlesungen freue, die ich dann hoffentlich im neuen Jahr besuchen darf. Dann sind Karoline, Basti und Markus auch nicht mehr so alleine. Vorraussetzung für Schwedisch 2 ist nur, dass man die Prüfung in Schwedisch 1 bestanden hat, die in etwa die gleichen Inhalte hat, wie der Sprachkurs. Ich werde also den verbleibenden Tag noch sinnvoll nutzen, um mein Schwedisch etwas aufzufrischen. Dank Petter, Anders und Andreas, den Schweden in meinem Master-Programm, gelingt mir das auch sehr gut, da sie doch des Öfteren Schwedisch mit mir sprechen. Ich blicke also zuversichtlich in die Prüfung am Freitag...
(06/11/24-27) - Besuch von Stephan
Ähnlich wie bei Katharinas Besuch, habe ich auch Stephan gebeten etwas über sein Wochenende in Schweden zu schreiben. Wie es scheint, wird es wohl der längste Eintrag sein, der je in mein Tagebuch geschrieben wurde und werden wird. Und ich habe mich noch gewundert, dass Stephan mich nach einer Maximallänge gefragt hat. Da hätte ich eigentlich stutzig werden sollen. Dennoch hoffe ich, dass niemand abgeschreckt ist, Stephans Erfahrungsbericht in Schweden zu lesen. Ich auf jeden Fall finde es immer wieder interessant zu erfahren, wie andere Menschen Schweden wahrnehmen und auf welche Dinge sie achten, die für mich inzwischen vielleicht selbstverständlich geworden, oder mir nie aufgefallen sind.
Neugierig? Hier geht es zu Stephans Tagebucheintrag
(06/11/23) - Der erste Tag im Reinraum
Nach langer Verzögerung war es heute endlich soweit. Wir konnten das erste Mal in den Reinraum und unseren Wafer für das Wachsen des Feldoxides vorbereiten. Dies geschieht in einem Ofen bei 950°C und dauert 55 min. Mit der Auf- und Abwärmphase sind es etwa 5 Stunden, da sich der Ofen beim Start etwa bei 600°C befindet und mit etwa 7°C/min aufheizt und dann nach dem Wachsen des Feldoxides mit 2°C pro Minute wieder abkühlt. Wir haben uns für eine nasse Oxidation entschieden, so dass die resultierende Dicke in etwa 3000Å betragen wird. Das sind etwa 300nm. Die Dicke kann man dann mit speziellen Filtern messen, die das Spektrum des reflektierten Lichtes auswerten.
Damit der Wafer eine neue Oxidschicht erhalten kann, muss jedoch erst einmal die alte Oxidschicht weggeätzt werden. Dies geschieht mit 50% HF-Säure (Flusssäure). Danach kommt das ganze in ein Wasserbad um die Säure wieder abzuwaschen. Anschließend wird der Wafer in einem Minitrockner bei etwa 20.000U/min getrocknet. Danach erfolgt noch ein weiterer Ätzvorgang, mit dem der Wafer weiter gereinigt wird. Nach der zweiten Trocknung wird der Wafer dann nur noch mit Gummisaugern transportiert um Kontakt mit Metall zu vermeiden, da sich dieses negativ auf den Wachstumsprozess auswirken würde. Die Ergebnisse sind dann morgen zu sehen, wo wir wieder in den Reinraum gehen.
Vielleicht kann Stephan da ja mitkommen. Der kommt heute etwa gegen 23:52 Uhr am Bahnhof an. Bleiben wird er bis Montag und ich hoffe, dass es ihm gut bei mir gefällt und er auf unserem Sofa schlafen kann. Es ist bestimmt nicht das bequemste, aber für drei Tage wird es wohl gehen. Leider muss er am Montag dann um 14 Uhr schon wieder abreisen. Ich hätte doch gerne noch mehr Zeit mit ihm verbracht.
Stephan kommt übrigens
nicht ganz alleine. Er hat auch noch eine Webcam im Gepäck. Dann kann ich
endlich, wie schon seit August geplant, mit Katharina Video-Skypen. So kann
sie mich wenigstens schon mal sehen und ganz bald ich auch sie, hoffe ich, da
sie gesagt hat, dass sie sich auch eine Webcam am Montag kaufen will. Ob die
Webcam meine Sehnsucht nach ihr, meiner Familie und meinen Freunden wohl noch
weiter steigern wird, wird sich zeigen. Aber es sind ja nur noch etwas mehr
als drei Wochen, bis es für die Weihnachtsferien nach Hause geht.
(06/11/22) - Goodbye-Dinner
Wieder einmal ein etwas längerer Eintrag, der im Tagebuch gelandet ist.
(06/11/16) - Die Ergebnisse der ersten Klausur hängen aus
Nachdem schon eine Woche vorher eine Ankündigung auf der Kursseite im Internet stand, war es jetzt endlich so weit. Die Noten für „Transforms“ hängen aus. Hätte es fast nicht gesehen und als Petter es sagte, hab ich ihm zunächst nicht geglaubt. Schließlich nimmt er mich doch häufiger auf den Arm und mit seiner trockenen Art gelingt im das meisterhaft.
Außer den Noten kann man übrigens auch die erreichte Punktzahl ablesen. Ich habe 26 Punkte erhalten das sind 22 aus der Klausur und 4 Bonuspunkte aus den Assignments. Als ECTS Note ist das ein „A“. In Schweden selber gibt es zwei verschiedene Notensysteme. Das eine besteht aus den Noten „VG“, „G“ and „U“. „VG“ steht für sehr gut, „G“ für bestanden und „U“ für durchgefallen. Das zweite System besteht aus drei bzw. vier Noten. Die Noten sind 3, 4, 5 und noch einmal „U“. „U“ steht wiederum für durchgefallen und 5 ist die beste Note. Es soll allerdings wohl demnächst auf ECTS umgestellt werden und wir Exchange-Students bekommen für gewöhnlich eh schon ECTS-Noten (siehe obiges Beispiel *g*).
Doch nicht nur die Notenvergabe ist verschieden, auch dass man die Klausuren im entsprechenden Department abholen kann, war für mich sehr überraschend. Dies ist generell der Fall. Deshalb ist es auch relativ einfach alte Klausuren zu finden. Es sei denn man hat Fächer, in denen bisher keine Klausur geschrieben wurde, wie in meiner Mathevorlesung, die das erste Mal von der Dozentin, die übrigens aus Deutschland kommt, gehalten wird. Bin mal gespannt, ob die Prüfung so wird wie die Erste. Habe auch schon von Fächern gehört, in denen man einfach Assignments abgeben muss um zu bestehen.
Die Aushänge sind übrigens nicht zentral sondern hängen je nach Department an verschiedenen Stellen. Mathe z. B. im L-Gebäude. Dort sind die Noten nach Studienschwerpunkt sortiert, da oft mehrere Studienrichtungen das gleiche Fach hören. Sonst wären es vermutlich noch weniger Leute und eine Vorlesung würde sich fast nicht mehr lohnen. Ich hatte es einfach. Als Exchange-Student stand ich direkt unter „Matematik“. Um seine eigene Note zu finden, muss man einfach nach seinem Geburtsdatum suchen. Ich frage mich gerade, was passiert, wenn zwei Leute am gleichen Tag im gleichen Jahr Geburtstag haben, aber der Zufall ist bestimmt schon sehr groß.
Matrikelnummern haben wir übrigens nicht wirklich. Hier gilt die Personennummer, die man in vielen Bereichen braucht, aber doch irgendwie auch wieder nicht, als Studenten-Identifikation. Da man als Exchange-Student keine Personennummer besitzt wird eine von der Uni erzeugt, die allerdings NUR innerhalb der Uni funktioniert. Da ich allerdings ein Jahr bleibe, habe ich eine richtige beantragt. Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich an der Uni weiter meine Y-Nummer, wie unsere Nummern genannt werden, angebe, da das Ändern in der Uni doch recht viel Aufwand ist. Außerdem müsste ich sonst auch erst eine neue Türkarte beantragen und meine alte solange abgeben und das kann dauern...
(06/11/13) - Wer hat eigentlich Montage erfunden?
Nach einem traumhaften Wochenende ruft mich mein im Mobiltelefon integrierter Wecker zurück ins wirkliche Leben. Doch so leicht lasse ich ihn nicht gewinnen. Erst mal noch eine halbe Stunde vorstellen und dann weiterschauen. Auch das zweite Klingeln verspricht keine Besserung. Montagsmorgen-Anfangsmotivation: 0%. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so wenig Lust auf die Uni hatte.
Aber was bleibt mir anderes übrig. Einfach die Decke über den Kopf ziehen und den Montag, Montag sein lassen sitzt nicht drin. Assignments wollen gelöst und die Durchbruchspannung berechnet werden. Also auf durch die graue Welt und über glatte Wege zur Uni. Dort erst mal ein wenig über das Wochenende erzählen. So wird mir nur noch mehr bewusst, dass es wieder fünf Wochen dauert, bis ich Katharina wieder sehe. Wenigstens telefonieren wir heute Abend. Darauf arbeite ich hin.
Nach erfolglosen Versuchen irgendwas sinnvolles zustande zu bringen, fällt die Überlegung nicht schwer zum Hemköpp in der Nähe der Uni zu gehen und sich von der großen Auswahl der Tiefkühltruhe inspirieren zu lassen. War ja klar, dass mein Lieblingstiefkühlprodukt für die Mikrowelle heute nicht da ist. Aber die Kanelbullar für die Kaffeepause am Nachmittag geben hoffen. Schließlich soll Zimt doch glücklich machen. Vielleicht sollte ich ihn pur essen.
Die Mathestunde über Transformationen birgt auch nichts Neues. Immer noch das Gleiche wie zuvor in „Transforms A“. Werde wohl doch zu „Predikatlogik“ gehen und so mal eine Vorlesung gemeinsam mit Markus haben und gleichzeitig noch 60€ für das Buch sparen. Es ist dicker als ein Telefonbuch und doch brauche ich nur einen kleinen Teil davon. Nachdem Bengt gesagt hat, dass ich alles an Mathe machen darf, was ich will, solange es ein A- und ein B-Kurs ist, bin ich beruhigter und freue mich schon ein wenig auf Mathe morgen.
Vielleicht geht es aufwärts und die Motivation steigt während der Woche bevor sie am Wochenende wieder in den Keller sinkt. Mal sehen was Göran uns morgen im Meeting für neue Ansätze gibt, wenn wir ihm von unseren neuen Erkenntnissen erzählen. Vielleicht gibt er uns ja noch einen Tipp für die Durchbruchspannung und vielleicht sind die Formeln, die wir gefunden haben auch anwendbar.
Genug gemacht für heute. Vishal schreibt. Mit ihm habe ich seit etwa einem Jahr nicht mehr gesprochen, seit kurz vor Weihnachten, als damals sein Praxissemester bei Hella beendet war. Er scheint erst jetzt ICQ zu haben, da er erst letzte Woche eine Autorisierungsanfrage geschickt hat. Es ist schon toll, welche Möglichkeiten man durch die Unmenge an verschiedenen Messenger hat. Besonders auf Skype möchte ich nicht verzichten und durch die Skype-In Nummer bin auch aus dem Festnetz zu erreichen.
(06/11/10-12) - Ein Wochenende mit Katharina in Stockholm
Der Eintrag wurde von Katharina geschrieben und befindet sich im Tagebuch.
(06/11/09) - Früher zu Hause und eine Waschmaschine gekapert
Der erste Tag, an dem ich seit langem einmal vor sechs Uhr aus der Uni komme. Heute war es erst 15:45 Uhr. Nachdem wir gestern Abend unseren Pre-Study-Report abgegeben haben, fanden wir, dass wir uns das verdient hätten. Ab morgen wird dann fleißig an den Assignments weitergearbeitet, bevor dann hoffentlich bald in den Reinraum geht.
Dadurch, dass ich um 16 Uhr zu Hause war und nicht angestrengt auf meinen Monitor gestarrt habe, war ich doch etwas erschrocken. Es ist ja schon um vier Uhr dunkel! Ok erst 16:20 Uhr war es finstere Nacht, aber dunkel war es auch um vier Uhr schon. Da gibt mir auch die Wetterkarte recht, die angibt, dass um 7:51 Uhr die Sonne auf und um 15:21 Uhr unter geht. Das bedeutet immerhin noch 7:30h Tageslicht. Doch werden die Tage im Schnitt jeden Tag um 4min kürzer.
Ein weiterer Vorteil des frühen nach Hause Kommens hat sich erst kurzfristig herausgestellt. Bevor ich morgen nach Stockholm fahre, um endlich Katharina wieder zu sehen, habe ich noch eine Waschmaschine gebraucht, um einen Pullover zu waschen, den ich gerne anziehen möchte. Problem an der Sache ist nur, dass alle Waschmaschinen (abgesehen von denen um 23 bis 02 Uhr) schon seit Tagen und für Tage ausgebucht sind.
Was bleibt einem also übrig außer einer feindliche Übernahme. Eine Übernahme des Waschraums ist dann möglich, wenn jemand den gebuchten Waschraum 45 min nach der angefangen Buchungszeit noch nicht betreten hat. Glücklicherweise war das auch heute der Fall und ich konnte mir Raum Nr. 6 sichern. Dabei muss ich sagen, dass ich schon irgendwie ein schlechtes Gewissen habe. Auf der anderen Seite sollte man einen Waschraum auch nutzen, wenn man ihn gebucht hat und wenn alle ungenutzten Waschzeiten verfallen würden, wäre auch keinem geholfen. Na ja, wie auch immer. Ich hab meinen Waschraum und bin glücklich. Was will man mehr...
(06/11/03) - Die erste Klausur: Transforms
Der Eintrag war diesmal wirklich zu lang. Ab damit ins Tagebuch.
(06/10/31) - Der erste Schnee
Allerdings wäre mir dann auch der ganze Spaß entgangen durch das, was ich schon Hochschnee nennen würde, zu fahren. Da es den ganzen Tag geschneit hat, lagen am Abend etwa 20 cm Schnee, dem wir tapfer mit unserem Drahtesel entgegentreten wollten. Es war ein Kampf gegen Windmühlen. Beim Fahren ist man mit den Pedalen in den Schnee getreten und jede kleine Ungleichmäßigkeit hat das Hinterrad wegrutschen lassen. Mit dem Vorderrad war es anders. Es schien, als wollte der Schnee es festhalten, um mich am Vorwärtskommen zu hindern. Auch der Versuch die Spuren früherer Schneekrieger mit Drahteseln auszunutzen blieb erfolglos. Die einzige Möglichkeit: Schieben. Gesagt, getan und den Rest des Weges auch nicht viel langsamer als auf dem Fahrrad zurücklegen. Die Anstrengung des Schiebens dürfte auch vergleichbar zum Fahren sein.
Als ich endlich zu Hause ankam, fühlte ich mich an das Schild erinnert, das vom Hausmeister aufgehängt wurde. Ab morgen müssen alle Fahrräder im Haus stehen, damit der Schnee geräumt werden kann. Wusste er vor zwei Wochen etwa schon mehr als ich? Hatte er vielleicht sogar den Schnee bestell? Wer weiß, vielleicht sollte ich ihn mal fragen, wann der nächste Schnee kommt. Schade, dass meine Erkältung noch nicht besser ist, sonst wäre ich bestimmt häufiger raus und wäre Schlitten gefahren. Na ja, es ist ja zweifellos nicht der letzte Schnee dieses Winters und vermutlich wird es mehr geben, als mir lieb ist. Bis dahin sollte ich auch besser vorbereitet sein. Ich brauche unbedingt noch winterfeste Schuhe, Spikes und vermutlich auch eine Schneehose und vielleicht auch eine Schneebrille.
Die Temperaturen bis -10°C kann ich aber auch so schon bewältigen und blicke dementsprechend positiv in den Winter. Hatte mir die Kälte viel schlimmer vorgestellt. Aber noch sind es ja auch noch keine -20°C und spätestens nach dem 10. Mal macht es bestimmt auch keinen Spaß mehr zu Fuß durch den Schnee zu stapfen. Die entscheidende Frage ist aber erst mal, wie lange der Schnee wohl liegen bleibt. Den Text habe ich übrigens etwas verspätet geschrieben (06/11/04), also nicht wundern, warum ich von den Erfahrungen von -10°C sprechen kann.
(06/10/30) - Buster läuft wieder...
und das hoffentlich die ganze Nacht. Nachdem ja seit letztem Mittwoch keine Simulation mehr möglich war, kam heute um fünf, wie ein Befreiungsschlag, die Nachricht, dass wir versuchen könnten uns auf Buster einzuloggen. Leider wäre es allerdings weiter Solaris 9. Tja, was soll ich dazu sagen. Da arbeiten die Leute vier Werktage an dem Server, verwehren uns die Arbeit am Wochenende ;o) und was ist das Resultat. Nichts hat sich verändert. Wir haben nur 6 Tage verloren.
Gut das ich angefangen habe ein Matlab-Skript zu schreiben, dass ich morgen noch fortsetzen muss. Im Moment erleichtert es uns nur sofern die Arbeit, als das es die einzelnen Ordner mit verschiedenen Simulationsdaten durchgeht, um von dort aus jeweils „tsuprem4“ und „md10000“ zu starten. Da eine Simulation etwa 20 bis 30 min dauert, haben wir uns entschieden jeweils 30 Simulationen laufen zu lassen, was dann in etwa 10 bis 15 Stunden Simulation bedeutet. Das dürfte in etwa der täglichen Uni-Abstinenz entsprechen.
Ansonsten war natürlich wie jeden Montag wieder ein Meeting mit Göran unserem Betreuer, der heute etwas zu spät war. Unglaublich, da die Schweden doch so auf Pünktlichkeit achten. Sogar deutlich mehr als die Deutschen, wie ich gehört habe. Das abendliche Tagesschau gucken mit Markus muss leider heute ausfallen, da er morgen eine Klausur schreibt. Auf diesem Weg wünsch ich ihm viel Glück. Ich drück die Daumen.
So, was gibt es sonst noch zu sagen? Na, vielleicht, dass ich heute ein sehr leckeres Mittagessen hatte. Ulrich hat Bratwurst mit Gemüse und Reis gemacht. Das was halt so da war. Der deutsche Senf (in Schweden findet man nur Süßen) hat das ganze noch besser gemacht. Muss mich unbedingt noch bei ihm revanchieren. Vielleicht mit einer „Pytt i panna“. Das wiederum ist im Gegensatz zur Bratwurst ein typisches schwedisches Gericht. Wenn man es nicht frisch machen will, gibt es reichlich Auswahl in einschlägigen Tiefkühltruhen. So auch meine Version vom Euroshopper, die dafür, dass sie die billigste Variante ist, doch noch sehr gut schmeckt. Pytt i panna sind übrigens Kartoffelwürfel mit Zwiebelwürfel und ganz wichtig (Fleisch-)Wurstwürfel. Jeweils maximal 1cm x 1cm groß. Bevor ich aber noch weiter abdrifte genug für heute...
(06/10/29) - Heute fasse ich mich kurz...
... und diesmal meine ich es auch so. Da gestern die Uhr umgestellt wurde,
ist der Tag eh eine Stunde kürzer. Hab zum Beweis mal ein Foto um 17:00
Uhr gemacht. Zu der Zeit saß ich zu Hause vorm Rechner und habe an meinem
Matlab-Skript gefeilt. Habe noch keine Funktion gefunden, um das Alter oder
die Erstellzeit einer Datei herauszufinden.
Was habe ich sonst
noch an diesem Sonntag gemacht? Natürlich wie gewohnt ausgiebig gefrühstückt,
das schöne Herbstwetter bei Minusgraden genossen und mit Markus, Seppel
und Dennis einen Kaffee getrunken. Gleich geht es noch zur Movie-Night. Bin
jetzt Mitglied im Komitee und werde sie in Zukunft mitorganisieren (da ich doch
schon sooo viele Filme gesehen habe ;o)) Ansonsten werde ich heute wohl früh
ins Bett gehen, um morgen konzentriert an den Simulationen und Assignments arbeiten
zu können.
(06/10/25-27) - Alle Tage sind gleich
Tja was ist in den letzten drei Tagen so alles passiert. Der Hauptpunkt ist wohl, dass auf Buster, dem Simulationsserver, ein Update von Solaris 9 auf Solaris 10 durchgeführt wird. Und wenn man gerade dabei ist, kann man ja auch gut noch ein Hardware-Upgrade machen. Es macht ja auch nichts, dass wir bis zum 7 November unsere Simulationen beendet und abgegeben haben müssen, damit wir ab dem 10. November im Reinraum arbeiten können. Besonders schön an der Sache ist, dass auf einmal das Hochfahren des Servers nicht wie gewohnt 20min sondern auf einmal 90min dauert. Das bedeutet konkret eine weitere Verzögerung der Simulationen, denn eigentlich sollten wir ab dem 28. Oktober weiter arbeiten können. Jetzt soll es angeblich noch bis Dienstag dauern. Als Alternative wurde uns „Zeus“, ein weiterer Simulationsserver, angeboten, auf dem wir simulieren sollen. Was dabei niemand bedacht hat, ist, dass da unsere Logins nicht funktionieren und so ist unsere Gesamtsituation weiter besch... eiden.
Ich werde die gewonnene Zeit nutzen, um weiter an den Home-Assignments zu arbeiten und versuchen die Simulationen über Matlab zu automatisieren, was sich momentan aber doch als relativ schwierig erweist. Bei meiner Temperaturaufnahme haben die Versuche des Automatisierens schon Früchte getragen. Muss jetzt nur noch die Minimal- und Maximaltemperatur eingeben und am Ende bei der aufpoppenden Grafik auf speichern klicken. Sehr angenehm. Um die Messdaten zu konservieren werden die Temperaturdaten zudem noch mit Datum in ein Textfile geschrieben. Jetzt müsste ich es nur noch schaffen, dass auch gleich die temperatur.htm mit angepasst wird, was aber über php möglich sein sollte.
Am Freitagabend war übrigens noch eine Halloween-Party in der Wohnung von Joachim. Meine erste Abendaktivität diese Woche. Die Erkältung hatte mich vorher doch mehr mitgenommen als ich gedacht hätte und der Husten hat mich nur wenig schlafen lassen. Deshalb war ich auch am Donnerstag nicht beim Salsakurs, wo, wie ich gehört habe, das erste Mal mehr Männer als Frauen da waren. Auch das Tagebuch musste unter dem Schnupfen leiden, wie man sieht, sonst hätte ich vermutlich nicht drei Tage zusammengefasst.
Am Freitagnachmittag hab ich mir mit Ulrich frei genommen und wir sind noch mal nach Birsta gefahren. Da ist das Einkaufszentrum mit Ikea und diversen Elektrogroßhändlern. Ulrichs Haupteinkauf war eine externe Festplatte. Meiner ein Lampe für den Arbeitsplatz an der Uni und eine neue Thermosflasche. Meine letzte ist irgendwie beim Eingießen von heißem Wasser kaputtgegangen. Keine Angst, ist komplett aus Metall, ist also nicht wirklich viel passiert. Nur warm hält sie jetzt nicht mehr. Aber dank der Neuen kann ich endlich wieder heißen Tee mit in die Uni nehmen. Werde sie gleich am Samstag testen...
Was gab es noch in
den letzten drei Tagen?!
Unsere Projekthomepage ist, wenn auch nur laienhaft, online. Wir konzentrieren
uns halt mehr auf die Simulation und die Arbeit, als um eine bunte Homepage.
;o) Der Link ist wie folgt: http://elesvl.itm.mh.se/~ht06grupp05.
Mein letztes Mathe-Assignment habe ich auch abgegeben und warte jetzt auf die
Ergebnisse. Außerdem sind die Temperaturen auch einmal deutlich unter
Null Grad gesunken und die Ersten sind durch die Glätte auch schon hingefallen.
Angeblich sollte es auch noch einen Schneesturm geben, von dem wir allerdings
bisher nichts mitbekommen haben. Das deutlichste Anzeichen dafür waren
die Amerikanerinnen, die sich erst mal mit dem Wichtigsten eindecken wollten
(aber warum gerade mit Milch?), weil sie doch ein großes drehendes Tief
im Wetterbericht gesehen haben. Sie wurden allerdings aufgeklärt, dass
drehende Wolken nicht automatisch Chaos bedeuten und so was in Europa durchaus
normal ist.
(06/10/24) - Mein bester Freund csvs241pc30 / Der erste Schnee
Diese
kryptische Zeichenfolge ist die Bezeichnung meines PCs, der mir zu Beginn des
Semesters für das nächste Jahr zugewiesen wurde. Hier verbringe ich
die meiste Zeit des Tages. So auch heute von 10 Uhr bis 18 Uhr. Die Mathestunde,
von der ich gedacht hatte, sie fände heute statt, war doch am Mittwoch.
So musste ich mich wenigstens nicht mit dem Mittagsessen beeilen, das ich vor
lauter simulieren und arbeiten fast vergessen hätte. Unglaublich!
Dabei war doch die Erbsensuppe mit Fleisch meine große Abwechslung für den Tag. War doch erst sehr skeptisch, was die Essensprodukte aus Plastikschläuchen (kann man sich vorstellen wie eine große Leberwurstverpackung) oder in Tuben, aber man gewöhnt sich schnell daran und lernt sie zu schätzen. Trotzdem bleibe ich dabei: Ich bin doch kein Astronaut?! Kann man das nicht schöner verpacken? Passend zum Schlauch bin ich dem Kunsstoff treu geblieben und habe mein neues Essbesteck, dass liebevoll „Spork“ getauft wurde, benutzt. Der, die, das Spork ist übrigens stabiler, als man auf dem Bild meinen könnte.
Ansonsten heißt es im Moment viel, viel Trinken. Wasser in jeglicher Form, ob als Tee, Limonade (Cola war ja auch ursprünglich als Hustensaft erfunden worden) oder pur. Der Husten ist doch schlimmer als ich gedacht habe und hat mich auch die letzte Nacht lange vom Schlafen abgehalten. Sonst hätte ich auch schon um neun angefangen.
Da das Wetter am späten Nachmittag doch recht angenehm war, habe ich mich übrigens doch noch entschieden zum Lidl zu fahren. Es hat sich definitiv gelohnt, da ich die letzte Master-/Slave-Steckdose bekommen hab. Diese macht bis jetzt noch keine Probleme. Hoffe sie hält besser als die letzte, die ich von Tchibo hatte. Bei manchen Sachen sollte man halt doch mal etwas mehr ausgeben.
Am Abend so gegen
halb zehn, als ich fertig telefoniert hatte, ist es übrigens passiert.
Das Unglaubliche, der erste Schnee, der allerdings noch nicht liegen geblieben
ist und Fotos hab ich auch keine. Aber immerhin. Bin mal gespannt, ob wir davon
in den nächsten Tagen noch mehr zu sehen bekommen. Kälter wird es
ja auf jeden Fall schon mal.
(06/10/23) - Der Alltag hat mich wieder
Gestern sind wir um zwölf aus Stockholm wiedergekommen. Heute war um acht Uni. Die letzte Vorlesung über „semiconductor physics“. Jetzt kommt nur noch eine letzte zu verschiedenen Quelltypen in der Analogelektronik und dann können wir uns zu 100 % auf unser Projekt konzentrieren. So langsam müssen wir auch Fortschritte machen, da wir bis zum 7. November eine fertige Simulation unseres MOSFETs abgeben müssen. Die Besprechung heute hat uns da hoffentlich ein Stück weiter gebracht.
Morgen ist ja Gott sei Dank keine Uni. Naja zu einer Mathe-Vorlesung muss ich noch, aber das ist doch eine ganz angenehme Abwechslung, wenn man mindestens von neun bis 17 Uhr am PC sitzt um Simulationen durchzuführen. Der Grund dafür, dass eine Simulation so lange dauert, liegt daran, dass der Simulationsserver trotz unzähliger Prozessoren doch immer nur einen nutzt, da parallele Prozessverarbeitung bei dem Programm wohl nicht möglich ist. Und dann ist da ja immer noch das Problem, dass wir nicht immer auf Taurus Visual to device kurz tv2d zugreifen können. Bei der grafischen Ausgabe während der elektrischen Simulation machen wir aber schon Fortschritte, so dass ich hoffe, dass wir morgen viel schaffen.
Ansonsten wollte
ich heute noch zum Lidl. Da ich aber schon ein wenig erkältet bin und somit
möglichst wenig durch den Regen fahren will, wurde das spontan abgesagt.
Ich glaube eh nicht mehr daran, dass ich noch die Master-Slave-Steckdose, die
es Donnerstag im Angebot gab, bekomme. Vielleicht finde ich ein anderes Mal
noch irgendwo eine Günstige.
(06/10/18) - Nu är det snart vinter
Jetzt ist es bald Winter. Das ist die Übersetzung der Überschrift. Den Satz habe ich auf einen Aushang gelesen, der an der Haustür hing. Er soll uns darauf aufmerksam machen, dass ab dem 1. November keine Fahrräder mehr vor dem Haus abgestellt werden dürfen. Wenn das doch geschieht, darf man sein Rad beim StuBo für 250SEK ~ 28€ auslösen. Der Grund dafür ist, dass die Fahrräder den Schneeschieber behindern würden. Also scheint auch bald der Schnee zu kommen. Den ersten Frost haben wir schon heute gehabt und mein Fahrradsattel war zugefroren. Hatte es ausnahmsweise draußen stehen gelassen, was ich normal, wegen der potentiellen Diebstähle, nicht empfehlen würde. In Östersund hat es übrigens schon geschneit, wie man auf Martins-Block nachlesen kann. Hier hingegen war es ein wunderschön, sonniger Herbsttag. Eigentlich viel zu schade um in der Uni zu sitzen.
Auch der Sonnenaufgang war richtig cool. Bin ja um sieben Uhr aufgestanden um mein Math-Assignment endlich zu lösen. Bis 10 Uhr hatte ich einiges geschafft und den Rest in der Vorlesung von 10:15 Uhr bis 12:00 Uhr gelöst. Danach hieß es dann nur noch, Ergebnisse sauber abschreiben und beim Prof. reinreichen, bei dem ich um 13:15 Uhr Vorlesung hatte. Im Anschluss an die Vorlesung bin ich relativ bald nach Hause gefahren und habe meine Halebop-Karte registriert. Halebop ist ein sehr günstiger, schwedischer Anbieter für Prepaid-Karten. Nur mal so als Anhaltspunkt: SMS in alle Welt kosten ca. 5,5 Cent. Ein Gespräch, unabhängig von der Dauer, zu anderen Halebop-Kunden kostet etwa 7 Cent, zu allen anderen Nummern in Schweden 8 Cent pro Minute. Ins deutsche Festnetz sind es 20 Cent und ins Mobilfunknetz 40 Cent. Damit man aber seine Halebop-Karte registrieren kann (wobei die Karte auch ohne Registrierung funktioniert) benötigt man eine schwedische Personnummer.Die Personnummer erhält man allerdings nur, wenn man wenigstens 12 Monate in Schweden verbringt. Sollten es nur 10 sein, kann man aber auch ruhigen Gewissens etwas schwindeln, glaube ich.
Folglich
habe ich jetzt endlich meine Personnummer erhalten. Jetzt bin ich schon fast
ein ganzer Schwede, ohne wirklich schwedisch zu sprechen, dass aber nur am Rande.
Mich hat etwas verwundert, dass es nur einen einfachen Zettel als Bestätigung
gab, auf dem nicht wirklich mehr als die Nummer drauf stand. Hatte eigentlich
einen noch wenigstens eine schicke neue Plastikkarte erwartet. Nicht, dass ich
nicht schon genug davon hätte. Im Moment sind es sieben: Eine für
den Kopierer, eine für die Bibliothek, eine zum Türen in der Uni öffnen,
einen Studentenausweis, eine Rabattkarte für Studenten und dann noch die
Bankkarte, auf der mein Name falsch geschrieben ist. Ansonsten trage ich aus
Deutschland noch meinen Führerschein, meine Krankenkassenkarte und meine
Kreditkarte mit mir rum. Ich weiß schon fast nicht mehr wohin mit den
ganzen Dingern.
Gestern Abend war übrigens noch Highlife in Nacksta. In einem Waschraum hat es wohl gebrannt und die Feuerwehr ist mit mindestens 6 Einsatzwagen ausgerückt. War aber völlig übertrieben und sie sind ganz schnell wieder verschwunden. So schnell, dass das schwedische Fernsehen, glaube ich, keine guten Bilder mehr machen konnte. Ich wollte später mal schauen, welcher Waschraum gebrannt hat. Konnte aber nichts sehen, nur gerochen hat es ein wenig. Vielleicht sind ja ein paar Sachen im Trockenschrank zu heiß geworden. Bevor mich jetzt aber wer als Schaulustiger bezeichnet, möchte ich zu meiner Entschuldigung sagen, dass ich nur gucken wollte, welcher Raum betroffen ist, damit ich zur Not noch meine Waschmaschine umbuchen kann. Das Waschmaschinen-Buchungssystem werde ich mal bei anderer Gelegenheit erklären. Sonst muss ich bald mal das „kurz“ beim Tagebuch streichen.
(06/10/17) - Das erste Mal mit TV2D seit einer Woche oder länger
Ich
weiß nicht, ob es an der Gruppenbesprechung lag, in der Göran versprochen
hat, dass er sich um unsere Serverprobleme kümmern will, oder es reiner
Zufall war. Auf jeden Fall konnte ich heute das erste Mal seit der Login-Vergabe
auf Buster, dass ist der Server auf dem wir alles für unseren MOSFET simulieren,
5 Zeichen mit großer Bedeutung ausführen "TV2D&". Der
Befehl steht für "Taurus Visual to Device" und zeigt uns so ziemlich
alles an, was den MOSFET angeht. Allerdings nicht die schönen Kennlinien,
an denen wir die das elektrische Verhalten des Transistors ablesen können.
Dafür mussten wir noch eine Zeile, von der uns natürlich niemand was
erzählt hat, in die Simulationsfiles einbauen. Dann werden die Ergebnisse
der Berechnungen auch in eine lesbare Datei abgespeichert.
Die meisten unserer alten Ergebnisse sind demnach nicht mehr so aussagekräftig. Aber wenigstens mit "TV2D" können wir sie noch auswerten. Die grafische Auswertung der Kennlinien erfolgt dann über Matlab. Bin echt froh, dass ich im Praxissemester so viel damit gemacht habe. So kann mir zumindest die Syntax nichts mehr anhaben. Und da ich jetzt schon so viel zum technischen erzählt habe, erzähle ich auch noch ein wenig vom technischen zu Hause.
Ich
habe ja schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass die Downloadrate hier
extrem gut ist. Der Upload müsste auch irgendwo um die 500kB/sec liegen.
Genau kann ich das nicht sagen. Um die Downloadgeschwindigket zu beweisen, hab
ich gestern mal einen Screenshot beim downloaden gemacht. Addiert man die drei
Raten, kommt man auf eine Bandbreite von etwa 2,3 MB/sec. Ich hab auch schon
von ein paar Leuten gehört, die über 3MB/sec hatten. Rechnet man das
um, kommt man also auf etwa 24 MBit/sec. Aber genug mit dem Technikgeschwafel.
Nur eins muss ich noch loswerden. Die Filme, die ich da aufnehme sind ganz legale
Recordings von Onlinevideorecorder. Und das oberste ist die aktuellste Tagesschau.
Aber weder zum Planet der Affen noch zum Tagesschau gucken bin ich gekommen.
Es hat noch ein Assignment auf mich gewartet, dass ich wohl etwas durch die
vorangegangenen Simulationen vernachlässigt hatte.
Das Assignment ging über Z-Transformation, die man zur Berechnung von Differenzengleichungen nutzt. Ein Thema, dass ich schon letztes Semester in Digitale Signalverarbeitung hatte und dass mir Herr Rissling auch meiner Meinung nach sehr gut erklärt hat. Leider macht der Prof. hier das doch etwas anders und so dauert das Assignment mal etwas länger als ich dachte. Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen es fertig zu machen. Habe dann aber um zwölf Uhr entschlossen, nachdem ich nicht mehr klar denken konnte, es auf Mittwochmorgen zu verschieben. Ob ich es geschafft habe, steht dann im Tagebucheintrag von morgen ;-)
(06/10/16) - Statt Tagesschau eine Skype-Konferenz
Heute war der große Tag der Meetings, glaube ich. Zunächst hatten wir heute um 11:15 Uhr unsere erste richtige Besprechung mit unserem Betreuer Göran, der uns bei der Entwicklung des MOSFETs unterstützen soll. Ich hoffe, dass uns das Meeting voran gebracht hat, die erste Erkenntnis war auf jeden Fall, dass die Simulationsergebnisse zwar ganz schön sind, die wichtigen Output-Files allerdings nicht abgespeichert werden. Die angestrebte Verarbeitung in Matlab bleibt also für die Ergebnisse aus. Wenigstens können wir die Ergebnisse im Simulationstool „tv2d“ anschauen. Vorausgesetzt wir erhalten auch mal Zugriff auf das Programm. Ulrich hatte heute Glück damit. Ich bin seit einer Woche nicht mehr draufgekommen. Habe Göran mein Leid geklagt und hoffe, dass er sich jetzt darum kümmert. Die bisherigen Versuche einen Verantwortlichen zu finden, waren nämlich erfolglos.
Vorlesungen gab es heute nur eine. Mathe Transforms. Zu beginn hat uns der Prof. erzählt, dass er in der letzten Stunde einen großen Fehler gemacht hat. Welchen? Das hat er nicht weiter gesagt. Glaube es war bei den Orthogonalitätsbedingungen, die für die Fourier-Reihen-Entwicklung sehr hilfreich sind. Die Beispiele, die er dazu gerechnet hat, waren nicht sehr spannend, so dass mich die Mittagsmüdigkeit voll erwischt hat. Gut das ich den Stoff schon drei- oder viermal gehört habe. Aber keine Angst, eingeschlafen bin ich nicht. Der zweite Teil der Vorlesung war da deutlich interessanter. Es ging darum Fourier-Reihen mit Matlab zu lösen und Ergebnisse sinnvoll zu interpretieren. Konnte auch einige Anregungen und Befehle aufschnappen um die Simulationen beim MOSFET besser auszuwerten. Zumindest hoffe ich das.
Am Abend hatte ich mein zweites „großes“ Meeting. Eigentlich wollte ich mit Markus Tagesschau gucken, dann haben wir aber angefangen mit Katharina zu ICQen. Da es aber auf die Dauer einfacher war zu skypen, sind wir kurzerhand darauf umgestiegen. Ein wenig später haben wir überlegt, wir könnten auch gut Stephan noch zur Konferenz einladen, da er jetzt auch endlich ein vernünftiges Mikrofon in seiner neuen Webcam integriert hat. Der Rest würde zu lange dauern es zu erzählen. Nur eins sei gesagt, am Ende zeigte die Uhr bei Skype 2:25:03h an. Es tut mir leid für Katharina, die eigentlich viel ehr ins Bett wollte, dann aber doch noch hängen geblieben ist. Es schien aber allen gut gefallen zu haben und ich habe mich gefreut, dass sich mein alter bester Freund Stephan, meine Freundin Katharina und mein neuer Freund Markus so gut verstanden haben.
(06/10/15) - Sonntag und Sonne um acht
Obwohl es gestern spät war, bin ich heute Morgen um acht Uhr aufgewacht. Das war Glück für mich. So konnte ich die Sonne aufgehen sehen, bevor sie hinter den Wolken verschwunden ist. Und wer sagt, dass man sich nicht wieder hinlegen kann. Zumal ich ja inzwischen einen relativ zuverlässigen Handy-Wecker habe, der mich jeden Tag aufs Neue mit netter Musik weckt. Glaub ich hatte schon mal zuvor erwähnt, dass meine Uhr nur 10 Sekunden weckt. Wer bitte ist in 10 Sekunden wach? Ich brauche in etwa die Zeit um zu realisieren, dass da überhaupt was ist. Vielleicht hab ich auch deshalb schon häufiger gedacht, mein Wecker würde überhaupt nicht klingeln.
Wie auch immer, pünktlich um 10:15 hat der Wecker geklingelt und einen weiteren sonntäglichen Frühstücks- und Kaffeemarathon eingeläutet. Obwohl es diesmal ehr ein Mahlzeitenmarathon war. Erst Frühstücken mit Katharina, danach direkt Pfannekuchen von Anna und im Anschluss Kaffee und Kekse mit Sebastian und Markus. Wie man sieht mal ein Tag komplett ohne Uni. Ulrich war da fleißiger. Der ist um 10 Uhr zur Uni gefahren, hat aber glaub und hoffe ich, nichts für unser Projekt getan. Sonst hätte ich ein ganz schlechtes Gewissen, da ich auch am Nachmittag nichts gemacht habe, außer im Internet nach PDAs und html-tags zu suchen. Die PDA-Suche war dabei relativ erfolgreich. Den Quellcode mit dem ich mein Kurztagebuch anpassen will, hab ich noch nicht gefunden.
Am Abend war Videoabend angesagt. Diesmal ganz „offiziell“ vom International Committee. Der Videoabend findet eigentlich jeden Sonntag um 19 Uhr statt und wer mich kennt, sollte wissen, dass das genau das richtig für mich ist. Trotzdem war es heut das erste Mal, dass ich da war. Wir haben „Lord of War“ geguckt, den ich zwar schon gesehen hatte, aber es wohl Wert war, ihn noch mal auf Englisch zu gucken. Zumal ich ja normalerweise eh vergesse, wovon ein Film gehandelt hat. Die beiden Male davor gab es „Apocalypse Now“ und „Walk the Line“ zu sehen. Da ich „Walk the Line“ kurz zuvor schon gesehen hatte, bin ich damals nicht hin. Überrascht war ich, dass nur so wenige Leute da waren. Würde sagen, wir war so etwa 12. Aber Andres, der die „movie nights“ organisiert, sagte, dass das schon ganz gut ist. Eigentlich schade, da es doch eine gute Gelegenheit ist, mal gemeinsam einen Film zu gucken und nicht nur so kleine Videoabende hier und da zu haben. Und auf einem Beamer mit eigenen Chips und Getränken kommt es doch auch ganz geil, denn im Gegensatz zum Kino darf man hier Essen und Trinken selber mitbringen.
(06/10/14) - Uni am Samstag
Tja, richtig gelesen. Diesmal war auch Uni am Samstag angesagt. Ganz freiwillig, zumindest war keine Vorlesung. Aber für unser Projekt müssen wir ja sehr viel simulieren und man muss es ausnutzen, wenn die Simulationen mal laufen, da wir doch sehr häufig Server Probleme haben. Als Aufmunterung sind wir noch zu Big Boys gegangen. Das ist ein schwedisches Hamburger-Restaurant. Big Boys ist zwar besser als Mc Donalds aber bei Weitem nicht das Beste in Schweden. Absolute Spitze ist Sybilla, nur dass da die Burger etwas kleiner sind, und dementsprechend teurer. Also werde ich wohl weiter zu Max gehen. Eine Burger-Kette, die hauptsächlich im Norden zu finden ist.
Am Mittag ist auch Joana angekommen. Sie wollte uns aus Härnösand besuchen, weil es da doch so laaaangweilig ist und ihr die Decke auf den Kopf fällt. Ich glaube, wir können uns glücklich schätzen, dass wir nicht da wohnen, zumal da auch nur 8 Exchange-Students sind. Man hat richtig gemerkt, wie es ihr gefallen hat. Komisch ist auch immer die Atmosphäre, wenn jemand vom EILC vorbeikommt. Das hab ich auch schon letzte Woche bei den Östersundern gedacht. Hab sie ja nur kurz gesehen, trotzdem war es sehr vertraut und eine ganz tolle Stimmung. Schwer zu beschreiben. Es ist nur krass wie gut wir uns damals alle so verstanden haben.
Aber bevor ich sentimental werde geh ich mal zum Abend über. Es war eine Salsa-Party in der Liquid-Bar. Das erste Mal, dass ich da Eintritt bezahlen musste. Aber angeblich soll das Bier 25SEK kosten und das für Schweden sehr günstig. Leider hab ich davon nichts. Hab mich also auf die deutlich überfüllte Tanzfläche gestürzt und versucht mir nicht auf die Füße treten zu lassen. Ein Pfennigabsatz hat mich trotzdem erwischt. Direkt auf den linken großen Zeh. Aber ansonsten war der Abend sehr nett und dank des Sternenhimmels und den milden Temperaturen der Heimweg sehr angenehm.
(06/10/12) - Wenigstens regnet es nicht
Heute will ich mich mal kurz fassen, will schließlich gleich ins Bett und es soll vor zwölf bleiben. Der Tag heute endet so, wie er angefangen hat. Nebelig! So schön nebelig, dass man nicht richtig nass wird aber doch alles feucht ist, wenn man mit dem Rad unterwegs ist. So z. B. heute Abend nach dem Salsakurs. Ja, ich mache einen Salsakurs. Jeden Donnerstag von acht bis neun Uhr. So komm ich wenigstens nicht ganz aus dem Tanzen raus. Auch wenn ich mir beim Salsa tanzen schon ziemlich blöd vorkomme. Ich bin einfach nicht gelenkig genug. Teile meines Skeletts, die ursprünglich mal Gelenke dargestellt haben, scheinen wohl durch Stöcke ausgetauscht worden zu sein. Natürlich nur zur Stabilisierung versteht sich. Was ich übrigens sehr gut an dem Kurs finde, ist, dass alle paar Minuten der Tanzpartner wechselt, auch wenn ich zugeben muss, dass das unter Umständen auch von Nachteil sein kann. Heute allerdings hatte ich Glück und niemanden dabei der z. B. stank (In meinen Augen riechen viele Schwedinnen aus dem Mund) oder viel zu groß für mich war.
Ansonsten war ich heute natürlich auch an der Uni. Leider funktionieren unsere Simulationen aber immer noch nicht so, wie sie sollen. Was auch teilweise daran liegt, dass wir entweder Programme nicht starten können, Fenster nicht aufgehen, oder wir einfach keine Lizenz erhalten. Als ich am Anfang was von „frustrierender“ Arbeit gesagt bekommen habe, dachte ich doch, dass damit etwas anderes gemeint ist. So vielleicht, dass ich es nicht verstehe, was wir machen sollen, aber das es gar nicht erst funktioniert finde ich schon sehr krass. Die Vorlesung über Analogelektronik zwischendurch hat die Stimmung auch nicht verbessert. War relativ langweilig und glaube ich kaum relevant für uns, sondern mehr für die anderen Studenten, die an einem anderen Programm teilnehmen und darüber eine Klausur schreiben müssen. Das wichtigste für uns war, dass wir ein Treffen mit unserem Betreuer am Montag um 11:15 Uhr haben. Hoffe, dass wir da unser Leid klagen können.
Dass soll es dann mal für heute gewesen sein. Ich weiß, dass die Grammatik und Rechtschreibung relativ schlecht sind. Aber ich denke, man kann verstehen, was ich sagen will und wenn ich nicht alles doppelt lese, spart es einfach Zeit. Deshalb bitte ich um Nachsicht und Verzeihung.
(06/10/11) - Kanelbullar bei Tinellis
Heute bestand mein Uni-Tag aus einer Matheübung und einer –vorlesung. Danach waren noch Simulationen angesagt, wie auch schon am Dienstag den ganzen Tag. Dazwischen allerdings war ich mit Line bei Tinellis. Tinellis ist ein Cafe mit kleiner Galerie im Keller. Es liegt in der Innenstadt, in relativer Nähe zur Stadt-Bibliothek und zum Hafen, der jeglicher Romantik entbehrt, da er fast ausschließlich aus Industriegebäuden besteht. Die Atmosphäre im Cafe, dass, wie ich gehört habe, besonders beliebt bei Media-Studenten ist, ist dafür umso gemütlicher und die Kanelbullar sind riesig, kosten allerdings auch 18SEK ~ 2€. Dazu gibt es noch kostenlos ein Glas Wasser, was den Preis schon akzeptabler macht. Kanelbullar kommen übrigens den deutschen Zimtschnecken sehr nahe, sind typisch schwedisch und wahnsinnig lecker. Bullar gibt es in den verschiedensten Varianten.
Am Nachmittag bin ich übrigens noch zum Lidl. Habe gesehen, dass es dort schon die ersten frisch aus Deutschland importierten Weihnachtsprodukte gibt. Es gibt die klassische Sterne-Herzen-Brezeln Lebkuchenmischung, Spekulatius und Schokonikoläuse am Stiel. Der restliche Einkauf war nicht weiter interessant, aber der Vorteil am Lidl ist, dass es einige Sachen gibt, die es in Schweden nicht gibt (siehe vorheriges Beispiel oder auch Rostbratwürstchen). Ein weiterer Vorteil ist der Preis. Auch wenn er häufig 25-50 % über dem Schnitt der deutschen Lidlpreise liegt, ist er doch noch deutlich günstiger als der ICA, der typische schwedische Preise hat. Aber wenn genau genug sucht findet man in beiden günstige Produkte und kann sich trotzdem ausgewogen ernähren. Behaupte ich zumindest.
Am Abend wurde ich
zur Karaoke eingeladen. Ich war allerdings relativ müde und auch schon
letzte Woche da. Da fand ich es schon schlimm genug, aber bevor ich jetzt das
Daltons, so heißt die (Karaoke-) Bar, unnötig runter mache, sag ich
nur eins: Dort sind komische Menschen, die man kein zweites Mal sehen muss.
Ach, und singen können die meisten auch nicht.
Das Alternativprogramm war da deutlich besser. Nach mehr als zwei Monaten haben
Katharina und ich es endlich geschafft gemeinsam einen Film zu gucken. Danach
bin ich dann relativ schnell ins Bett, damit ich für den nächsten
Tag ausgeschlafen bin.
(06/10/10) - Vorlesungfrei ganz anders
Von Deutschland bin ich es ja gewohnt volles Vorlesungsprogramm zu haben. Montag bis Freitag. Jeden Tag von acht bis vier Uhr. Hier in Schweden ist es anders. Würde ich nicht zusätzlich noch einen Mathekurs machen, hätte ich in der Woche etwa 8 SWS. So sind es ca. 14 SWS und es kommt dementsprechend auch mal vor, dass man einen Tag gar nicht zur Uni muss. So ein Tag, den ich in Deutschland mit Nichtstun verbracht hätte, war heute. Hier heißt allerdings früh Aufstehen und die Zeit nutzen sich an sein Projekt zu setzen. Ulrich und ich sind deshalb im Regen zur Uni gefahren, um uns an die Simulationsrechner zu setzen. Eine Remote-Desktop-Verbindung habe ich bisher leider nur innerhalb des Uni-Netzes hinbekommen, so dass ich auch wohl weiter zum Arbeiten an die Uni fahren muss.
Der Vorteil am Regenwetter ist definitiv, dass man nicht versucht ist, nach draußen zu gehen um den Herbst zu genießen. Der hält mit großen Schritten Einzug und während in Deutschland ein goldener Oktober herrscht, sitzen wir hier bei etwa 4°C bis 10°C. Sonnenuntergang ist übrigens momentan um 18:00 Uhr. Halb sieben ist es komplett dunkel. Wie soll das erst werden, wenn die Uhr umgestellt wird. Sollte es tatsächlich so sein, dass ab November der Nachmittag ausfällt und der Mittag direkt in den Abend übergeht? Und wie teilt man da am sinnvollsten die Mahlzeiten und die Arbeit auf? Naja, Gott sei dank ist es dem Computer egal, wann man vor ihm sitzt und ich bin so unabhängig von der Tageszeit.
Dass es anstrengend ist, den ganzen Tag am Rechner zu sitzen, habe ich ja schon während meines Praxissemesters in Lippstadt erleben dürfen. Hier hat sich der Eindruck bestätigt. Beim 2. Riesenpizza-Essen mit Markus war ich noch relativ wach. Auch die Tagesschau mit einer leckeren Marabou-Schokolade (Sorte: apelsin krokant) habe ich noch unbeschadet überstanden. Während „Alarmstufe Rot 2“ auf Englisch, zu dem mich die Spanierinnen eingeladen haben, bin ich aber doch eingeschlafen und habe mich danach auf mein Bett gefreut.
Das war auch der Grund, warum ich den Tagebucheintrag mit etwas Verspätung online gestellt habe. Aber keine Angst! Ich fange nicht jetzt schon an nachlässig zu werden.
(06/10/09) - Ein Fernseher von Hendrik
Ansonsten habe ich heute noch einen Hocker und einen Klappstuhl von Hendrik bekommen und ein Schwedisch-Englisch-Wörterbuch gefunden. Auch einen Fernseher konnte ich noch von Hendrik erwerben. Er hat zwar keine Fernbedienung und nur eine 36cm Bildröhre aber ich finde 35 € sind dafür ein ganz fairer Preis und irgendwie müssen sich die Kabelgebühren, die in unserer Miete inklusive sind, ja auch mal rentieren. Der Vorteil beim schwedischen Fernsehen ist, dass die Sendungen in der Regel im Originalton ausgestrahlt werden. So kann man Englisch und, durch die schwedischen Untertitel, zugleich auch noch Schwedisch lernen.
Diese Woche ist übrigens keine einzige Schwedisch-Vorlesung. Was für mich allerdings keinen Unterschied macht, da sich die Vorlesungen prinzipiell mit anderen Vorlesungen von mir überschneiden. Konnte bisher erst ein einziges Mal da sein. Ich weiß auch nicht, was sich die Ella, die auch den Sprachkurs in Härnösand geleitet hat, dabei gedacht hat. Ob sie mich vielleicht ärgern will? Aber wenigstens habe ich ja den ein oder anderen Schweden in meinem Programm, so dass ich schon ständig neue Worte aufschnappe und mich an die Sprache gewöhne. Mit denen treffe ich mich auch morgen früh zum Aufgaben rechnen und Halbleiter simulieren. Hoffentlich sind wir erfolgreich...
(06/10/08) - Sonntag ist ein Frühstückstag
Heute beginne ich den Tagebucheintrag einmal morgens. Die letzten beiden habe ich ja mehr oder weniger rückwärts erzählt. Außerdem habe ich mir vorgenommen nicht viel länger als 10 min an einem Eintrag zu schreiben, da sie ja schnell etwas länglich werden. Mal gucken, ob mir das gelingt. Aber jetzt erst mal zu meinen Erlebnissen am Sonntag:
Der Tag begann für mich um 10:15 Uhr. Mein Handy hat mich mit guter Musik geweckt (ich vertraue nämlich nicht mehr nur auf meine Uhr, die mich doch das ein oder andere Mal enttäuscht hat) Ein Blick nach draußen ließ Gutes erahnen: Sonnenschein! Endlich, nachdem es die letzten Tage eigentlich ständig geregnet hat. Umso leichter fiel mir auch das Aufstehen und ich konnte das anschließende erste Frühstück so richtig genießen.
Es handelte sich dabei um ein Fernfrühstück mit Katharina. Etwa 2,5 Stunden, 2 Brote und unzählige Doppelkekse später ging es zum zweiten Frühstück. Diesmal ganz klassisch mit Euroshopper-Baguettes in der Küche mit einer Tasse Milch. Das dritte und letzte Frühstück war bei Markus, bestand aus einem Kaffee und dauerte, wie letzte Woche auch schon, ein bis zwei Stunden. Wir haben Musik gehört und alte Fotos vom EILC geguckt.
Nachdem ich noch Kaffee gekauft (ja die Geschäfte haben auch sonntags bis 22 Uhr auf) und Abendessen gemacht habe (es gab CousCous mit Tomatensauce) habe ich wie immer die Tagesschau geguckt. Danach noch einen Film und fast ins Bett, wenn nicht der Stephan gewesen wäre. Der hat jetzt leider Gott sei Dank auch Skype! *freu*
(06/10/07) - Disco-Bowling / Timos und Hendriks Abschiedsfeier
Den heutigen Höhepunkt des Tages bildete das Disco-Bowling, das vom International-Commity organisiert wurde. Dabei durfte ich feststellen, dass ich wirklich schlecht im Bowlen bin, aber mit ein wenig Übung bestimmt deutlich besser sein könnte. Am Ende lieferten sich Hendrik, Nikola und ich sogar noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den 2. Platz. Timo lag einsam mit einem Vorsprung von etwa 100 Punkten in Führung. Aber auch ohne zu gewinnen, hat es sehr viel Spaß gemacht.
Nach dem Bowlen ging es zum Vortrinken erst einmal ins Kårhuset, weil dort das Bier ja relativ günstig ist. Ich glaube, es sind in etwa deutsche Kneipenpreise, aber für schwedische Verhältnisse ist es sehr günstig. Für einen Nicht-Trinker, als der ich mich immer wieder oute, ist es sogar noch günstiger. Eine 0,3l Cola kostet 8 SEK. Das entspricht etwa 90 Cents. Da allerdings keine spezielle Party oder Aktion im Kåren war, war es wie erwartet leer und wir sind weiter in die Liquid-Bar. Der Vorteil an der Liquid-Bar ist, dass sie keinen Eintritt kostet und die Musik auch ganz gut ist. Dadurch dass sie nicht so groß ist, war sie durch die vielen Exchange-Students auch relativ voll. Hoffe, dass es Timo und Hendrik gefallen hat, da die Party so was wie ihre Abschiedfeier sein sollte. Für die Beiden geht es ja nächste Woche zurück nach Deutschland.
Aber der Tag bestand ja nicht nur aus Party. Heute sind z. B. auch noch ein paar weitere Östersunder angekommen, die ich hoffentlich morgen noch zu Gesicht bekomme. Ich denke aber, dass die Chancen dafür recht gut stehen. Sie sind am Nachmittag angekommen. Zu der Zeit habe ich Postkarten geschrieben, was ich schon seit etwa zwei bis drei Wochen machen wollte. Aber jetzt sind sie fertig und auf dem Weg nach Deutschland. Und wo ich gerade dabei bin den Tag rückwärts Revue passieren zu lassen, muss ich doch noch erwähnen, dass ich endlich mal ausgeschlafen habe.
So das soll es für heute gewesen sein, ist glaub ich eh schon zu lang für ein Kurztagebuch. Bin mal gespannt, ob es überhaupt jemand liest...
(06/10/06) - Zwei Monate in Schweden
Genau heute bin ich zwei Monate in Schweden. Da habe ich mir gedacht, dass es langsam mal Zeit wird eine Personnummer zu beantragen. Markus, der auch eine haben wollte, ist mitgekommen. Wir waren beide überrascht, wie einfach das war. Die Beamtin im Skatteverket hat nur nachgefragt, wie lange ich beabsichtige zu bleiben. Wenn man dann 1 Jahr sagt, sind sie zufrieden. Ansonsten füllt ein doppelseitiges Formular aus, in dem in etwa das gefragt wird, was man schon beim Migrationsverket angegeben hat.
Danach waren wir noch in der Stadt. Habe mir als reine Vorsichtsmaßnahme Handschuhe gekauft. Hier ist es morgens schon mal nur so 8°C und man kann schon seinen Atem sehen. Generell ist das Wetter diese Woche sehr schlecht gewesen mit sehr viel Nebel und Regen. Hoffe, dass es noch mal wieder besser wird. Ansonsten hab ich mir in der Stadt noch einen Locher für 35SEK ~ 4€ gekauft, damit ich endlich auch zu Hause meine Sachen in die tollen schwedischen Ordner abheften kann und nicht extra dafür in die Bibliothek muss.
Wo ich gerade schon am studieren bin. Heute Morgen war ich so aufmerksam wie noch nie in einer Vorlesung. Lag vermutlich am Kaffee, den mir Markus freundlicherweise um halb acht gemacht hat. Wie er sagte, ist er "ein wenig stark geworden". Für mich als normalerweise Weichei-Kaffee-Trinker eine maßlose Untertreibung und ich war den ganzen morgen total aufgedreht. Das nächste Mal werd ich, glaub ich Montag einen Kaffee als Aufputschmittel benutzen, da heißt es wieder 90 min Extrem-Powerpoint!
Jetzt noch ein kleiner Zeitsprung zum Schluss: Am Abend hab ich übrigens, wie die letzten Tage auch, mit Markus die Tagesschau geguckt. Sehr praktisch, dass man sie immer um 21:00 Uhr runterladen und dann gucken kann, wann man will. Diesmal war auch Dennis dabei, der auch mal wieder unter Leute wollte. Anschließend haben wir noch einen Film geguckt, bei dem auch Line und Veith dabei waren. Veith und Kai sind dieses Wochenende zu Besuch und noch ein paar mehr Östersunder werden für Samstag erwartet. Bin mal gespannt, was das Wochenende noch für Überraschungen für uns bereit hält...